Jahresabschlusskonzert 2016

Vielfältiges Konzert

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Anton Bovensmann, hier beim Konzert in Harpstedt im September.

Rund 80 Zuhörer erlebten am Mittwochabend ein abwechslungsreiches Konzert im weihnachtlich dekorierten Saal der Musikschule. Groß war der Andrang der jungen Künstlerinnen und Künstler, die sich beim traditionellen „Jahresabschlusskonzert“ der Musikschule präsentieren wollten. So hatte die Musikschule erstmals eine Pause in das umfangreiche Programm eingeplant. Tatsächlich hätte man keinen der vielen qualitätsvollen Musikbeiträge missen wollen.

Den Anfang machte Anton Bovensmann am Klavier mit einer erstaunlich reifen Interpretation von Bach Präludium und Fuge C-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier“. Unprätentiös, klar, mit sparsam eingesetzter und klarstrukturierter Dynamik und zugleich mit schönem Ton zeigte er, dass Bach auch Spaß machen kann. Die weiteren Klavierspieler waren Anne Elisabeth Haller, die sehr gut die Tonsprache Ihrer Scarlatti-Sonate traf, Frank David Heckmann mit einem „Maple Leaf Rag“, den er auswendig und voller Verve präsentierte, und nicht zuletzt Nanno Kohlschein mit der c-moll-Fantasie von Mozart, der die vielen, schnell aufeinanderfolgenden Klang- und Stimmungsvarianten dieses farbigen Werks gut meisterte.

Nanno
Nanno Kohlschein beim Konzert in Ganderkesee im September.

Auch drei junge Violinistinnen überzeugten mit ihren Vorträgen. Die junge Gia Han Bui kam ganz zart mit ihrer „Meditation“ aus der Oper „Thais“ von Massenet daher. Ebenso voller Emotion und schon ganz erwachsen spielte Wiebke Treiber aus Ganderkesee die Filmmusik aus „Schindlers Liste“. Mit viel Temperament entführte Viola Kleefeld das Publikum mit dem „Bolero“ von Rieding in ein Wiener Kaffeehaus.

Zwei Blockflötenquartette aus der Klasse von Martina Bley überzeugten mit Präzision und musikantischen Spiel. Bemerkenswert das zweite Quartett, das von der Tenorflöte bis hinab zum Großbass instrumentiert war und so einen geradezu meditativen Klang erzeugte.

Nach der Pause eröffnete das „Junge Streichorchester Wildeshausen“ unter der gemeinsamen Leitung von Christiane Rudolph und Werner Stommel die zweite Hälfte und bewies, dass dieses kleine Orchester nun auch den Kinderschuhen entwachsen ist. Gleich der hauchzarte Beginn des „Winter“ von aus Vivaldis „Jahreszeiten“ bezauberte das Publikum.

Große Aufmerksamkeit zog der erst 12 Jahre alte Marcel Mirsa auf sich, der ganz allein mit seiner Gitarre an das Mikrofon trat und den alten Schlager „Sunny“ vortrug, gesanglich mit schon gekonntem Popmusik-Gestus und sich selbst mit den nicht einfachen Harmonien auf der Gitarre begleitend.

Den Abschluss machte die Rockband „The Hawks“ rund um Leadsängerin Kim Schwarmann, die hier Vielseitigkeit bewies, war sie doch noch vor wenigen Wochen mit ihrem Violoncello auf der gleichen Bühne zu sehen. Die jungen Leute spielten sicher und mit solidem Timing. Da konnte auch eine gerissene Gitarrensaite nicht wirklich Probleme machen. Zugleich zeigte Dozent Andreas Knapp am Mischpult, dass Rockmusik satt klingen kann, ohne dass die Lautstärke nervt.
Die Zuhörer erlebten so einen rundum gelungenen „Jahresabschluss“ der Schüler der Musikschule.

Rafael Jung

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