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GANDERKESEE.

Rap-Musik und der Geruch frischer Farbe

Rund 20 Schüler der Musikschule des Landkreises Oldenburg und des Gymnasiums Ganderkesee haben ihr Publikum kürzlich in die Welt der Graffiti-Sprayer mitgenommen. Im Forum des Gymnasiums, das fast voll besetzt war, zeigten die Jugendlichen das Musical "Spray Attack".

Unter der Regie von Angelika Scholl wurde das "Musical für Rapper und Rocker" aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Musikschule inszeniert. Das Geschehen auf der Bühne begleitete eine Band unter der Leitung von Gerhard Suhlrie, die ebenfalls aus Schülern der Musikschule und des Gymnasiums bestand. Die Jugendlichen machten ihre Sache wirklich gut: Die Darsteller spielten ihre Rollen überzeugend und natürlich - begleitet von Gesang und Tanz. Und auch das Zusammenspiel mit der Band klappte reibungslos.

Im Mittelpunkt der Handlung des Musicals "Spray Attack" von Christoph Hempel und Nina Schindler stehen die Geschwister Lena (Anja Noster) und Chris (Carolin Marquardt). Während Lena leidenschaftlich gern vor dem Computer sitzt und chattet, ist ihr Bruder Anführer einer Gang von Graffiti-Sprayern. Die Atmosphäre, in der die Sprayer nachts losziehen und ihre Bilder und Schriftzüge auf Hauswände sprühen, wurde beeindruckend rübergebracht. Die Jugendlichen - maskiert mit Sonnenbrillen, Tüchern, Mützen und Kapuzenpullovern - rollten auf Inlinern durch den dunklen Zuschauersaal. Dabei bekamen nicht nur die Kulissen auf der Bühne, sondern auch einige der Zuschauer etwas vom Farbspray der mutigen und respektlosen Sprayer ab.

Im Musical wird auch Lenas Internet-Bekanntschaft Tobias (Julia Karwacik) von den frechen Sprayern mit Farbe besprüht. Und was noch schlimmer ist: Auf den Wänden des neuen Computerladens seiner Mutter Fine (Michelle Gruber) tobt sich die Gang ebenfalls aus, woraufhin die Polizei eingeschaltet wird. Zum Glück geht alles gut aus. Dank einer speziellen Lackierung, die das Entfernen der Graffitis ermöglicht, dürfen sich die Sprayer der Stadt nun doch auf den Wänden des Geschäftes verewigen. Und auch für Lena und Tobias gibt es ein Happy End.

Darsteller, Musiker und Helfer im Hintergrund, die für Licht, Tontechnik und vieles andere verantwortlich waren, bekamen für ihre Leistung viel Applaus. "Wir haben früher selber mitgemacht. Wir wissen, wie schwierig es ist, auf der Bühne zu stehen", sagte Julia Otte, die mit ihrer früheren Mitspielerin Ricarda Schlegel unter den Zuschauern war. Die beiden 18-jährigen Freundinnen aus Ganderkesee glauben, dass die Handlung des Musicals realistisch ist. Konflikte mit den Eltern, die Suche nach dem eigenen Weg und die erste Liebe: Das sind einige der Themen, um die sich die Dialoge und Gesangsstücke drehen.

 

Delmenhorster Kurier