Schülerin organisiert Konzert für Kinder in Namibia

Wiebke Sperling leistet Freiwilligen-Arbeit in Windhoek – Benefiz-Event am 14. Februar

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Spaß für’s Foto: Wiebke Sperling (Mitte) betreute Kinder in Namibia.
von Mathias Freese NWZ

Ganderkesee Kreativität ist hierzulande überall gefragt – und kann auch an vielen Orten entwickelt werden. Neben klassischem Kunst- und Musikunterricht in der Schule gibt es zahlreiche Institutionen, in denen Kinder und Jugendliche sich darüber hinaus kreativ betätigen können, zum Beispiel die Musikschule des Landkreises Oldenburg.

Das ist aber nicht überall auf der Welt so. In vielen Ländern haben Kinder kaum Chancen zur kreativen Entwicklung. Das hat Wiebke Sperling, die an der Kreis-Musikschule Blockflöte spielt, persönlich erlebt: Die 17-Jährige hat im vergangenen Sommer freiwillige soziale Arbeit im Township Katutura, einem Vorort von Namibias Hauptstadt Windhoek, geleistet und den „After-School-Club“ der Organisation „Physically Active Youth“ (PAY, auf deutsch etwa: „Körperlich aktive Jugend“) unterstützt, die Kinder nach dem Vormittagsunterricht betreut.

Um das Projekt weiter zu unterstützen, hat sie ein Benefiz-Konzert initiiert, das die Musikschule des Landkreises Oldenburg am Sonntag, 14. Februar, um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Hedwig im Habbrügger Weg 26 in Ganderkesee veranstaltet. Der Eintritt für das Konzert ist frei, es wird um Spenden gebeten. Damit möchte die Musikschülerin Materialien finanzieren, wie Trommeln oder andere Instrumente.

„Ich wollte schon immer mal Freiwilligenarbeit machen“, erklärt Sperling im Gespräch mit der NWZ  . Da sie erst 17 Jahre alt war, konnte sie sich jedoch nicht aussuchen, wo sie hinfliegt. „Es ging nur in Südafrika und Namibia“, sagt die Ganderkeseerin.

So landete sie in Windhoek in einem After-School-Projekt für Grundschüler. „Ich wollte gerne mit Kindern arbeiten. Und dort habe ich gemerkt, dass dort auch sehr viel Hilfe nötig ist“, sagt sie. Trotz Schulpflicht können in Namibia nicht alle Kinder zur Schule gehen, und wenn, dann haben sie oft wenig Unterricht. Dieser hat bei Klassengrößen von 60 bis 70 Kindern und wenig ausgebildeten Lehrern zudem eine geringere Qualität als das in Deutschland der Fall ist.

Neben der Vertiefung in den Unterrichtsfächern Lesen, Schreiben und Rechnen sah Sperling ihre Aufgabe jedoch primär im zwischenmenschlichen Bereich: „Es ging vor allem darum, den Kindern Zuneigung zu zeigen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.“

Darüber hinaus engagierte sich die Musikschülerin, die an der Kreismusikschule Teil eines Blockflöten-Quartetts ist, auch im kreativen Bereich des After-School-Projekts, der jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Sportprogramm gibt es täglich, Kunst und Musik jedoch nicht. Das möchte Sperling ändern. „Mein Ziel ist es, ein festes Kunst- und Musikprojekt zu etablieren, um die kreative Entwicklung der Kinder zu unterstützen.“

Um das zu forcieren, hatte sie noch vor Ort die Idee für ein Benefizkonzert, die sie ihrer Flötenlehrerin Martina Bley, die selbst einmal in Afrika gewesen war, telefonisch mitteilte. Bley organisierte dann den Hauptteil des Konzertes, bei dem einige Gruppen mit verschiedenen Instrumenten spielen. Sperling selbst wird mit ihrem Blockflötenquartett, das zurzeit allerdings nur ein Trio ist, zu hören sein. Außerdem wird sie ihre Arbeit in Namibia in einer Präsentation vorstellen.

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