Ziel klar vor Augen und in den Tasten

Jelde, Nanno und Lientje wollen es auf dem Klavier bis zum Landesentscheid schaffen

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von Lina Bande NWZ
Zwischen Beethoven und Bach: Klassische Musik steht bei diesen Geschwistern hoch im Kurs.

Ganderkesee Schule und Hobbies unter einen Hut zu bekommen, ist für die meisten Jugendlichen heutzutage schon schwierig genug. Bei den Kindern der Familie Kohlschein aus Ganderkesee dürfte die Freizeit in den nächsten Wochen aber noch ein bisschen knapper werden, denn sowohl die 15-jährige Jelde als auch ihre Geschwister Nanno (13) und Lientje (10) nehmen am 21. Januar am Regionalwettbewerb von Jugend musiziert in Delmenhorst teil.

Jelde und Lientje spielen Klavier, seit sie vier Jahre alt sind, Nanno fing mit fünf Jahren an. Einmal in der Woche haben alle Einzelunterricht, auch zuhause wird täglich geübt. Damit es keine Warteschlange gibt, stehen im Haus der Familie mittlerweile ein Flügel und ein Klavier – „mit ganz viel Abstand zueinander“, erzählt Mutter Swaantje lachend.

„Wir spielen alle klassisch“, berichtet Jelde. Während sie und ihre Schwester Beethoven bevorzugen, mag Nanno am liebsten Brahms und Bach. Unterrichtet werden die Kohlscheins in der Musikschule des Landkreises, Lientje und Jelde von Ichiro Asanuma und Nanno von Angelika Scholl.

Die Teilnahme am Wettbewerb ist für die Geschwister nichts Neues, alle waren schon mindestens einmal dabei. „2014 bin ich in den Landeswettbewerb gekommen, aber den Bundeswettbewerb habe ich ganz knapp verpasst“, berichtet Jelde. Lientje war bei ihrer ersten Teilnahme zwar die Beste auf Regionalebene, „aber da war ich noch zu jung zum Weiterkommen“. Das ist dieses Mal anders, „und es wäre schön, wenn ich auch wirklich weiterkomme“, so Lientje. „Der Landeswettbewerb ist schon das Ziel“, sagt auch Nanno. „Und wir üben ja auch dementsprechend“, betont Jelde.

Die beiden Älteren haben beim Wettbewerb zwischen 16 und 20 Minuten Zeit, um Stücke aus verschiedenen Epochen zu präsentieren, Lientje „darf“ nur sechs bis zehn Minuten spielen. Geübt wird teilweise schon seit einem Jahr: „Manche Stücke sind sehr umfangreich, die muss man dann schon ganz oft spielen“, erklärt Nanno. Er spielt zwei kurze und zwei lange Stücke, „mehr geht in der Zeit auch gar nicht“, so Jelde.

Fällt es nicht schwer, neben Gymnasium und Reitverein noch Klavier zu üben? „Ja, manchmal wird das schon ganz schön spät“, gibt Nanno zu. „Aber eigentlich macht es immer viel Spaß.“ Auch die beiden jüngsten Kinder der achtköpfigen Familie, Keke und Tado, interessieren sich schon für das Instrument. „Man muss das auch begleiten und mitmachen“, sagt Swaantje, die selbst kein Klavier spielt. „Mein Mann und ich sind aber sehr klavierbegeistert und theoretisch sehr gut“, sagt sie und lächelt.

Bis zum 21. Januar wird die Familie wohl noch oft den Stücken der Geschwister lauschen dürfen, und wenn alles klappt, dann geht es Ende März in Wolfenbüttel beim Landeswettbewerb weiter.

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