Dozentenkonzert Klassik 2017

Kammermusikabend unserer Lehrkräfte im Haus Müller am 26. 3. 2017.

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Ensemble der Musiker
Andreas Evers, Christiane Rudolph, Ichiro Asanum und Angelika Scholl.

Zu einem Kammermusikabend mit romantischen und impressionistischen Werken lud die Musikschule des Landkreises Oldenburg am Sonntag, den 26.3. ins Haus Müller in Ganderkesee ein.

Zur Eröffnung des Konzertes spielten Andreas Evers, Querflöte und Angelika Scholl als Klavierbegleiterin „La Flûte de Pan“, eine dreisätzige Sonate von Jules Mouquet.

Andreas Evers und Angelika Scholl

Das Werk, eine Programmmusik über den griechischen Hirtengott Pan, der ewig erfolglos den Nymphen nachstellt und dabei die Panflöte erfindet, stellt die Querflöte mit flirrenden Läufen und lyrischen Passagen in den Mittelpunkt, und Andreas Evers, ein Musikschullehrer, der durchgängig auch im In- und Ausland konzertiert, wurde allen Schwierigkeiten gerecht.

Der Klavierpart ist ebenfalls mit virtuosen Arpeggien und Läufen gespickt und somit keine reine Begleitung, sondern eine Stimme, die kommentierend, aber auch voran treibend das Geschehen mitbestimmt. Alle rhythmischen Vertracktheiten spielt Angelika Scholl souverän und mit intellektueller Freude, dabei immer aufmerksam dem Solisten folgend.

Ichiro Asanuma

Ichiro Asanuma, unser immer leise und bescheiden wirkender Kollege aus Japan, spielte die hoch virtuosen Etüden op. 10 Nummer 3, 4 und 5 von Frédéric Chopin solistisch am Flügel. Dabei wird umgehend klar: am Instrument ist er nicht immer leise, sondern neigt zum Explodieren, wo das Stück es erfordert. Und er lebt seine Musik: aus Anlass von Beethovens Todestag war ihm ein Bedürfnis, auch diesem geschätzten Komponisten einen Satz zu widmen und deshalb spielte er  quasi als Zugabe den langsamen Satz aus der „Sonate pathétique“ mit innigem Ton.

Andreas Evers, Angelika Scholl und Christiane Rudolph

Zum Abschluss spielten Andreas Evers, Querflöte, Christiane Rudolph, Violoncello und Angelika Scholl, Klavier drei Tangos von Astor Piazzolla: Primavera Porteno, Oblivion und Otono Porteno.

Die Werke dieses Komponisten sind von harschen Dissonanzen und rhythmischen Bissigkeiten geprägt, die die drei Musiker hellwach und mit Hingabe bis zum genau gemeinsam herausgeschleuderten Schlusston spielten. Da gab es keine Ungenauigkeiten, und in den lyrischen, von Tristesse und Sehnsucht sprechenden Passagen spielte das Trio ergreifend schön, um die Zuhörer dann wieder in gegenteilige Emotionen zu stürzen. Christiane Rudolphs Cello als besonders ausdrucksstarkes Instrument war dabei ein wichtiges Element.

In der Vorstellung ihrer Person brachte Angelika Scholl einige Aspekte unseres Alltags sehr gut auf den Punkt: im Zentrum unserer Arbeit steht nicht immer der anspruchsvolle Musikunterricht, sondern oft musikalische Basisarbeit. Für sich selbst muss man dann passende Wege finden, aktiv zu musizieren – bei ihr ist das die Kammermusik, Liedbegleitung und die Arbeit mit Chören. Dabei spielt sie immer so befreit und souverän, dass es eine Freude ist, und ich persönlich bin froh, meine beiden Kinder in ihre Hände gegeben zu haben.

Musikschullehrer haben studiert und investieren permanent viel Arbeit, um Unterricht zu machen, der gut ist und ihre Schüler weiter bringt. Dass sie dabei auch noch auf hohem Niveau musizieren war in diesem Konzert zu hören. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, sondern zeugt von ernsthaftem Arbeiten an der vorhandenen Begabung und von der Liebe zur Musik.

Ulrich Meyer

 

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