Dozentenkonzerte im Februar 2014

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Rafis Swing Club Combo

Das erste Benefizkonzert am 16. Februar mit Rafis Swing Club Combo für den Freundeskreis der Musikschule und das Projekt ein neuer Unterrichtsflügel in Ganderkesee war eine runde Sache: die Band besteht aus professionellen Musikern, die alle ihre Soli und Improvisationen beisteuern. Das Programm „Geschichten aus dem Nachtklub“ bot interessante Stücke großenteils aus den 60er Jahren, die teils unerwartet virtuos daherkamen – so hatte ich das im Radio damals gar nicht wahrgenommen!

Wenn jemand wie Bandleader Rafael Jung an Flügel und Jazzorgel die Themen prägnant spielt, fantasievolle Soli heraushaut und auch noch sehr gut singt merkt man: das ist handgemachte Musik, die ohne technischen Schnickschnack auskommt. Technische Hilfsmittel und Nachbearbeitung sind nett für die Stereoanlage, aber diese Band spielt live!
Toll Thomas Milowskis singender Kontrabasston, der in dem transparenten Gesamtklang das Fundament lieferte, beieindruckend, dass er dabei auch noch Backing-vocals beisteuerte! Oliver Kuiper an der Gitarre und Mathias Büsseler am Schlagzeug komplettieren das Quartett, das sehr viel Spaß machte.

Zweites Benfizkonzert

Am 23. Februar war dann die klassische Abteilung an der Reihe. Die erste Prgrammhälfte gehörte Schülern von Herrn Asanuma, und mit ihnen wurde der Sinn des Projektes greifbar, dass man gute Instrumente für qualifizierten Unterricht mit begabten Kindern und Jugendlichen braucht.

Jelde Kohlschein aus Ganderkesee begann mit Bachs Präludium und Fuge D-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier, wobei das Präludium zu den verspielt-virtuosen gehört (und so klang es auch), und die Fuge mit zupackenden Zweiunddreißigsteln im Thema gespielt wurde.

Jelde Kohlschein

Robin Merz ist nach langer Unterrichtspause gleich auf hohem Niveau wieder eingestiegen: er spielte von Beethooven Satz 1 aus der Sonate f-moll Opus.2 Nr.1 kraftvoll und mit viel Schwung.

Robin Merz

Danach war die ebenfalls 18jährige Huderin Gesa Lueken mit dem Prèlude Op.28 Des-Dur („Regentropfen“) von F. Chopin und Aram Chatschaturjans „Toccata“ an der Reihe.

Gesa Lueken

Jelde Kohlschein beendete den ersten Teil des Konzertes mit dem dritten Satz der Sonate Op.31 Nr.2 d-moll „Tempest“ von L. von Beethoven virtuos und mit großer Sicherheit. Insgesamt hinterließen die Schüler einen tollen Eindruck, der die Idee, ein besseres Instrument auch für Ganderkesee anzuschaffen völlig plausibel erscheinen ließ.

 

Das „Trio Encanto“ mit Sigrun Busch, Querflöte, Christiane Rudolph, Violoncello und Angelika Scholl, Klavier gestaltete den zweiten Teil der Veranstaltung.

Sie spielten von Joseph Haydn (1732-1809): Trio für Flöte, Cello und Klavier in G Dur, Hoboken X:15 und von Bohuslav Martinu (1890-1959): Trio for Flute, Cello and Piano

Es steht mir als Gitarre unterrichtendem Kollegen zwar nicht zu, hier kritische Bemerkungen anzufügen, aber – ich war ehrlich bezaubert! Die Musikerinnen sprühten nur so vor Spielwitz, wobei die Querflötistin mit schönem Ton und angenehmem Vibrato glänzte und Frau Rudolph am Cello immer aufmerksam begleitete, bei ihren rareren virtuosen Stellen aber sofort präsent war.
Angelika Scholl, energetische Seele des Ensembles, spielte das Anfangsthema des Haydn – Trios mit seinen schnellen Verzierungen virtuos und voller guter Laune und nahm damit alle gleich gefangen.
Ihre Moderation vor Martinus Trio war ebenso souverän und voller Witz, wie die Interpretation des Werkes durch das Trio. Alle Stimmungen und Launen wurden sensibel ausgelebt, die Freude an Martinus Dissonanzen war den dreien immer anzumerken – da klang nichts zufällig.

Sigrun Busch

Trio EncantoTrio mit Rosen

Beide Konzerte waren ein riesiger Spaß, der nur durch die Tatsache getrübt wurde, dass sich nicht viel Publikum einfand. Wir leben wohl auf dem Lande und im digitalen Zeitalter…

Ulrich Meyer

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