Musikschulkonzert Kirchhatten am 12. Juni 2013

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Mai Linh
Mai Linh Nguyen Thi eröffnete das Programm am Klavier

Erstaunliche Klavierbeiträge, solide Gitarren und schöne Blockflötenmusik standen auf dem Programm des Musikschulkonzertes im Rathaus Kirchhatten am 12.6. 2013.

Mai Linh Nguyen Thi eröffnete das Programm am Klavier mit Bachs Menuet in G-Dur aus dem Notenbüchlein von Anna Magdalena Bach, und Katharina Möhlmann, trotz ihrer Größe erst 13 Jahre alt und erst seit einem Jahr dabei, ließ das 1. Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier des selben Komponisten folgen. Beide machten ihre Sache sehr ordentlich.

Katharina
Katharina Möhlmann

Danach kamen zum ersten Mal die Gitarristen zum Zuge: Theresa Wieting spielte La Fuente und Nostalgia, zwei Stücke im spanischen Stil, von Kees Hartog. Das erste mit Schwung, das zweite dem Titel entsprechend sehnsuchtsvoll.

Lientje

Lientje Kohlschein, gerade erst nach Ganderkesee gezogen und noch nicht lange an unserer Musikschule, überraschte mit Muzio Clementis Sonatine op. 36 Nr 1, wobei sie alle drei Sätze charakterlich fein unterschieden spielte. Sehr sauber, mit knackigen Läufen unterschiedlicher Artikulation und Dynamik nutzte sie alle Möglichkeiten, die das Stück bietet. Kein Grund, den „Niedlichkeitsfaktor“ zu bemühen: das war einfach große Klasse!

Anton

Den Valse noble a-Moll von Franz Schubert und „Toccatina“ von Dimitri Kabalewsky spielte danach Anton Getz, beides mit Klangfülle und Kraft.

Südamerikanische Folklore mit Blockflöte gab es von Antke Hommers, begleitet an der Gitarre von U. Meyer. Vier rhythmisch anspruchsvolle Stücke, die Antke mit schönem Ton spielte. Achtsames Zusammenspiel besonders bei den sauber ausgespielten Schlüssen!

Anne

Danach spielte Anne Becker von Elton John die Ballade „Can you feel the love tonight“ sensibel, rhythmisch immer präzise und mit komplexen Akkorden.

Thierry Tisserand ist ein französischer Gitarrist, der sehr „ausgeguckte“, in Richtung Jazz und Blues gehende Gitarrenstücke schreibt. Lagenspiel, komplizierte Griffe, phantasievolle Verschiebungen – sehr reizvoll und nicht einfach.
Patrick Brumund spielte zunächst Tango en herbe und Cesaria, beide sehr konzentriert und rhythmisch auf den Punkt.

Patrick

Danach gab es von Jacob Müller am Klavier drei „Klassiker“: nach Chopins Walzer a-Moll – einem Stück, bei dem man kaum weiß, wohin man schauen soll, auf die rechte Hand mit ihren Trillern und Läufen, auf die linke mit den Sprüngen im Bass, oder vielleicht doch auf die Noten? – folgten „Let It Be“ und „Yesterday“ von den Beatles. Alle drei gelangen sehr schön!

Jakob
Jacob Müller, Klavier

Thore

Thierry Tisserand zum zweiten: Thore Heier spielte „Valse vénézuélienne“ und „Le Dromadaire et les notes bleues“, und auch wenn er bei einem der Stücke zweimal in die Klammer 1 „abbog“ und dann einen Moment irritiert war, war das Vergnügen des Lehrers kaum getrübt: Thore spielte ordentlich und mit Drive und holte aus seiner noch etwas kleineren Gitarre sehr schöne und kräftige Klänge!
Um dies zu fördern stellte er den Notenständer auch etwas nach links zur Seite, sodass das Instrument nach vorne abstrahlen kann – so macht man das!

Eines der Highlights des Abends war Lientje Kohlscheins zweiter Auftritt. Mit großer rhythmischer Präzision, ausdrucksvoller Dynamik und offensichtlichem Spaß an Debussys Schelmenstück musizierte sie The little negro. Das ist beileibe nicht einfach, und Lientjes Spiel erntete verdienten Applaus.

Lientje2
…etwas vom Engagement und Biss der kleinen Pianistin ist hier vielleicht eingefangen…

Hauke Frank und U. Meyer, Gitarre spielten drauf drei elisabethanische Lautenduette. Zunächst zwei kleine anonyme Stücke, dann John Dowlands (1563-1626) „My Lord Chamberlain, His Galliard“, wie fast alle englischen Galliarden dieser Zeit rhythmisch sehr vertrackt. Besonders schön von Hauke die Schlüsse, die der schon studierende junge Mann mit Ruhe gab: keine Blätter-Hektik zwischen den Stücken – auch das will gelernt sein!

Karoline

Kurzfristig eingesprungen war Karoline Reiß, die dem Programm mit dem 1. Satz von Beethovens Klaviersonate Nr. 14 op.27 in cis-moll, Adagio Sostenuto ein sehr schön gelungenes Schlussstück schenkte: Ruhe, Klangfülle, Spannungsbogen: alles passte, war sehr schön ausmusiziert und einfach ein gelungener Schluss. Man merkte an ihrem niveauvollen Spiel, dass dies nur ein Stück aus ihrem Repertoire ist.

Ein schönes Konzert in einem schönen Saal mit einem sehr gut klingenden Flügel, das mehr Publikum verdient gehabt hätte!

Ulrich Meyer

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