Tolle Ensembles in Harpstedt

...beim Musikschulkonzert in der Christuskirche am 8. 9. 2013

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Streicher

Die Herbstserenade in der Harpstedter Christuskirche ist eine Tradition geworden, dies machte Pastor Schulz-Achelis bei seiner Begrüßung deutlich. Es gebe wenige musikalische Veranstaltungen, die es zur jährlichen Wiederkehr schaffen – da habe die MSLKO mit diesem Konzert selbst Größen wie Heino etwas voraus.
Während es bei der Moderation schon zu Anfang etwas zum Schmunzeln gab, wurde das Konzert je länger, desto lustiger.

Der Anfang gehörte dem Jugendstreichensemble Harpstedt unter der Leitung von Ute Klitte. Die Gruppe begann mit dem traditionellen Fairy Dance in der Bearbeitung der Leiterin, und überzeugte gleich mit einem warmen Klang, der von den Bratschen und Violoncelli her rührte.

Danach wurden die drei Sätze Allegro, Largo und Presto des Concerto op. 3,6 für Violine und Streicher von Antonio Vivaldi gespielt, wobei jeder Satz seine eigene Solistin hatte: Clara Meyer-Nicolaus, Alicia Ulrich und Maren Jensen bekamen jeweils ihren Applaus für die gute Leistung.
Frau Klitte gelingt es, ihre jungen Musiker auch für so eine ambitionierte Sache zu begeistern.

Highlights from Harry Potter von John Williams war das Schlussstück der Streicher, die hier mit Trompeten, Schlagzeug, Querflöten, Klarinetten und Hanneke Wessel am Klavier zu einer kleinen symphonischen Besetzung ergänzt wurden, was dem Musikschulleiter Rafael Jung sichtlich gefiel, hat es so etwas an unserer ländlichen Musikschule doch in 25 Jahren nicht gegeben. Großer Applaus!

Weiter ging es mit einem Elfenlied für Klavier solo, das Hanneke Wessel sehr sensibel interpretierte.

Michel Seyffart spielte mit seinem Lehrer U. Meyer The Blues Connection und Shaken not stirred von dem niederländischen Komponisten Joep Wanders auf zwei Gitarren. Dabei durfte er beim ersten Stück die erste Stimme spielen, bei der James Bond-Anspielung aber die viel schwierigere zweite Stimme, die sich sein Lehrer für ihn ausgedacht hat.

Bei Friedrich Kuhlaus Rondo Allegro aus der Sonatine C-Dur Op. 20,1 zeigte Lotte-Marie von Seggern was in ihr steckt: Die Läufe perlten nur so, die „Alberti-Bässe“ in der linken Hand kamen getochen scharf – so muss das klingen! Wer erreichen möchte, dass die Finger laufen, sollte sich mal Kuhlau, Clementi & Co in den Sonatinenalben anschauen!

Danach kam mit dem ersten Satz „Allegro con spirito“ aus Johann Nepomuk Hummels Konzert für Trompete und Orchester E-Dur das erste Trompetensolo des Nachmittags. Marius Meier spielte mit schönem Ton, begleitet von Herrn Jung, der die wie üblich kaum spielbare Klavierfassung des Orchestersatzes beisteuerte.

Nach der Pause, in der es in Harpstedt immer Saft und Wein für das Publikum und die Künstler gibt, spielte Miriam Heinzl am Klavier den ersten Satz der Sonate B-Dur KV 282 von W.A. Mozart. Miriam ist in der Lage, so einen langsamen Satz mit Tempowechseln souverän mit feiner Agogik und klanglich abwechslungsreich zu gestalten.

Miriam

Maximilian Fischer spielte aus dem Concerto Es-Dur für Trompete, Streicher und Basso Continuo von Johann Baptist Georg Neruda den ersten Satz, Allegro, wiederum mit dem Musikschulleiter Rafael Jung als Begleiter, der Streicher und Basso Continuo aus dem Flügel zauberte. Wieder eine sehr schöne klangliche Leistung aus dem Trompetenunterricht von Ingo Poth.

Maximilian

Ingo Poth stand als Dirigent und Ensembleleiter ab jetzt im Mittelpunkt. Zunächst koordinierte er zwei Kanons, I like the flowers und Hejo, spann den Wagen an, die das KinderBlasOrchester mit viel Spaß vortrug.

Kinderblasorchester

Danach verschwand er auf den Orgelboden, um mit seiner Gruppe „Wildes Blech“ von der Empore zwei absolute Ohrwürmer zu spielen: Leichte Kavallerie von Franz von Suppé (1819-1895), arrangiert von Peter Knudsvig, und Elmar Bernsteins Filmmusik The Magnificant Seven. Beides machte je länger, desto mehr Spaß! Der Klang der schmetternden Trompeten und auch der satte Bass der Tuba und der Posaunen sind einfach toll!

Trompeten

Zum Schluss spielte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Ingo Poth „Viva la Vida“ von der Band Coldplay, und danach Erinnerung an Zirkus Renz mit dem Solisten Christoph Wolter am Xylofon, der dabei echte Virtuosität demonstrieren konnte. Die kräftig anziehende Stretta motivierte das Publikum zu einem Zugabe fordernden Applaus, so dass Gruppe und Solist das Kabinettstück wiederholten.

Jugendblasorchester

Insgesamt ein Konzert mit sehr schönen Leistungen und einer Schlusssequenz, die riesigen Spaß gemacht hat. Und – das muss einfach wieder gesagt werden – der schöne Kirchenraum trägt absolut zum Konzerterlebnis bei!

Fotos: Pastor Schulz-Achelis

Ulrich Meyer

 

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